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Metalmessage.de - 9/10 Punkte für "Pathways To Catharsis"
Mit einem wirklich tollen Front-Cover, welches einige Reminiszenzen an Morbid Angel´s 1989er „Altars Of Madness“-Kultalbum in mir erweckt, melden sich Dead Emotions zurück. Gemalt hat das betörend stimmungsvolle Dämonen-Geisterbild Michael „Mike“ Schindler von Dragon Design. Auf ihrem brandneuen Studioalbum „Pathways To Catharsis“ huldigen diese bayerischen Todesdiener der Death Metal-Stilistik nach allen Regeln der erzbrutalen Kunst. Als „Katharsis“ bezeichnet man gemeinhin als seelische Reinigung – und, ganz dem Plattentitel entsprechend haben sich auch Dead Emotions einer kreativen Läuterung unterzogen: Denn das Rhythmuskommando mit dem eisernen Überlebenswillen liefert hiermit seine bislang reifste Leistung ab. Wohltuend unprätentiös geht das Quintett vor, ihre Lieder klingen dabei überwiegend wohltuend schwedisch-melodisch, ohne plagiatorisch schwedisch zu sein. Eine nicht unerhebliche Portion melodramatisch angelegter Tragikschübe wurde ziel- und geschmacksicher integriert. Überhaupt, die mich hier so roh verwöhnende Symbiose aus blanker Brutalität und anspruchsvoller Verspieltheit wird von dem Fünfer sogar mit epischen Klangnuancen gekrönt, was das Endresultat zu einer vielfach hörenswerten Angelegenheit macht. Derart hohe schöpferische Hürdensprünge hat man von diesen unverwüstlichen Veteranen beileibe nicht erwartet – so wurden manche der Kompositionen sogar mit mönchsartigen, sakral anmutenden Chorgesängen versehen. Mithilfe solcherlei andachtsvoll inszenierter Überraschungspassagen dürfen die betreffenden Lieder glatt erhebend großatmosphärische Momente erleben. Klasse. Auch der Herzschlag steigernde, hervorragend produzierte Brachialsound der Scheibe bringt jedes Todesmetallerblut in kürzester Zeit zum Kochen – was vom hohen Homogenitätsfaktor der enthaltenen Kompositionen nur noch gesteigert wird.

Der gleichfalls arm- wie auch fußstarke Höllen-Drummer Hell-Mut bringt hier neben versierten Trommelstockbenutzerkenntnissen auch einige sehr frisch wirkende Takt-Ideen mit ein. So bekommen die aktuellen Songs der sehr gut aufeinander eingespielten Killer-Combo mehr Struktur und die Musik an sich wirkt ernsthafter denn je zuvor. Kehlkopfmörder Mosh ging in sich, um hier voll aus sich herauszugehen – der ekstatisch agierende Meuchelmann bringt meine Sinne als lautstarker Grummelbrummelsänger zum Kollabieren. Er balanciert mit zweckdienlichen Wutausbrüchen hervorragend auf dem Grad zwischen Groll und Hass – Letzteren kreischt er auch zuweilen in ergötzlich orgiastischen, schwarzmetallischen Anwandlungen in die Welt hinaus. Die kompromisslose Knüppelkunst auf „Pathways To Catharsis“ ist, nimmt man den Bandnamen dieser bajuwarischen Biester zum Gegenstand der Einschätzung, alles andere als emotional tot. Vor allem auch in Sachen Gitarrenarbeit – selbst mit feinmelodischen Soli wird bravourös hantiert. Eine dermaßen hohe Frequenz an packenden Wiedererkennungs-Glücksmomenten offenbarte sich im deutschen Death Metal die letzten Jahre wohl nur allzu selten. Diese enorm beständige und vor allem fest an sich glaubende Vorbildtruppe zeigt sich mit diesem Spitzenwerk also über jeden Zweifel turmhoch erhaben. In der Subkategorie „Dynamic Death Metal“ punkten Dead Emotions mannigfach hoch. Absolut glaubwürdige Sache, welche jedwede Unterstützung vollauf Wert ist.


© Markus Eck
(28.10.2007)

Original-Rezension: www.metalmessage.de
 
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