|
Unknown Munich: "The Genesis Behind" macht Spaß |
Scheiße auch! Das war so nicht zu erwarten. Dead Emotions haben sich enorm verändert.
Und so, wie sie sich verändert haben, muß sich auch meine Meinung über die Band ändern. Auch wenn ich versucht habe, beim Gig im Profil am 29.11.03 nur die schlechten Seiten zu sehen, mußte ich im nachhinein zugeben, daß der Auftritt gelungen war.
Am Ende des Abends habe ich mich dann auch noch selbst überredet, die neue CD zu kaufen, ohne die Angst vor einem üblen Fehlkauf zu verlieren. Aber diese Angst war unbegründet: Vom einstmaligen, billigen Crematory-Verschnitt, als den ich die Band um 1996 kennengelernt habe, ist nichts mehr übriggeblieben. Keyboard hat sich endgültig erledigt, das Experiment mit zwei Schlagzeugen wurde aufgegeben (wobei das eher live Bedeutung fand), das Tempo bei den neuen Sachen teils stark erhöht, unnötige Düstermelodien gibt es auch keine mehr und das komplette Songwriting wurde in gewisser Weise modernisiert. So liegt jetzt mit "Genesis Behind" eine astreine Death Metal-CD mit einem kleinen Hauch von neuem Schweden-Thrash vor, die sich gewaschen hat. In den melodischen Teilen mit Klargesang schimmert auch etwas In Flames-artiger Schweden-Death durch, was aber, ebenso wie der Thrash, recht selten vorkommt. Noch seltener sind die Sekunden, die mich an die älteren Dead Emotions denken lassen. Das, was früher aber nur langweilig und nervig war, dient auf "The Genesis Behind" der Abwechslung.
Eigentlich hab' ich überhaupt keine Lust dazu, diese CD Sekundengenau zu analysieren. Deshalb ein kurzes Fazit: "The Genesis Behind" macht Spaß; selbst dann noch, wenn man sie mehrmals komplett am Stück durchgehört hat. Das ist endlich mal wieder eine, mir bekannte, Underground-Death Metal-Scheibe, die frisch und nicht gewollt originell klingt, durch Experimente, die niemand braucht. Ebenso findet hier die Cannibal Corpse-Sammlung keinerlei Verwendung. Aufmachung , Sound und Produktion sind übrigens auch vom Feinsten.
Artikel bei Unknown Munich online lesen |