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Metalroxx.com: 8,5/10 Punkten für "Pathways To Catharsis"
Hier hat sich der groovende Tod zu einer wahrhaft großen Macht weiterentwickelt!
Auf den Weg der seelischen Reinigung schicken uns die Weißwurschtseppel von DEAD EMOTIONS aus dem wunderschönen Bayernlande mit ihrem dritten Studioalbum „Pathways To Catharsis“. Hierzu wird schweres Geschütz aufgefahren und altbewährte Schrubber, Besen, Staubwedel und herkömmliche Reinigungsmittel ins letzte Schrankeck verbannt, denn das fünfköpfige Todesbleikommando greift lieber zu wirkungsvolleren Mitteln, um die abgrundtief dreckige Menschenseele rein zu putzen.

Doch nicht nur unsere Seelen sollen wieder rein werden von den kommerziell-bösen Tönen, welche uns tagtäglich aus jeder Ritze emporwehen und uns gefangen nehmen wollen, sondern auch die Band selbst hat sich diesem Prozess meiner Meinung nach unterzogen. DEAD EMOTIONS tun alles gegen ihren eigenen Bandnamen, denn Emotionslosigkeit findet hier nicht statt – Gott sei Dank! Stattdessen wird mit voller Inbrunst das blanke, top produzierte Geknüppel entfacht und damit sich ja keine Eintönigkeit einschleicht, wird immer wieder das melodiegeladene Lasso ausgeworfen, um die Kompromisslosigkeit zu zügeln.
Zwar gibt es hier schon voll eins auf die Zwölf, aber dass Ganze sehr dynamisch, groovig und mit einer gehörigen Portion Rhythmus versehen. Ab und an schlängeln sich die Tentakeln gen Schweden, um sich wohl dort die nötige Inspiration für diese geile Musik zu holen. Drummer Hell-Mut macht seinem Namen alle Ehre und entfacht ein wahres Höllenfeuer an seinen Kesseln. Taktvoll, phantasievoll und stocksicher verwebt er die Musik zu einer donnernden Einheit. 0/8/15-Getrommel kommt für diesen Herrn Gott sei Dank nicht in Frage, denn dies ist leider auch oft der Grund für sich einschleichende Langeweile. Aber der Herr reitet ja nicht allein durch die bayrische Prärie und so wird er von beinharten Gitarren begleitet, welche immer wieder auf Grund von melodieerfüllten Soli vom Weg abdriften und so neuen Schwung in den Ritt bringen. Allen voran galopiert jedoch der hasserfüllte Stimmbandmetzler Mosh, welche hier sein gesamtes, stimmliches Repertoir auffährt. Die Wut quillt grollend aus ihm heraus während er die Fahne des Todes schwenkt, verwandelt sich zunehmendst in blanken, fiesen Hass, welchem er durch fotziges Gekeife Luft macht. Wohl unterwegs ne Prise schwarzmetallische Luft geschnupft, wie? Doch allein auf weiter Flur steht auch er nicht, denn immer wieder tauchen in den Songs kirchlich anmutende Mönchsgesänge am weiten Horizont auf und verleihen den Passagen etwas gar Erhabenes. Sehr gelungen muss ich sagen und da ich nicht damit gerechnet habe, gleich noch einen Punkt mehr wert!
Zusammen ergeben sie eine erfrische, fast komplett ausgereifte Mixtur aus Brachialität, brutalen Todessounds angereichert mit je einer Prise Dramatik, Epik und musikalischer Verspieltheit. Immer nur Knüppel-Aus-Dem-Sack führt bei den Meisten eben zur Eintönigkeit, daher finde ich diese Dark Metal-Einflüsse durchwegs gelungen in die Klangcollage eingewoben.

Neben der Musik, welche wohl auf immer todesschimmernde Spuren auf des Hörers Seele hinterlässt, ist mir jedoch noch etwas deutlich ins Auge gestochen – das durchwegs gelungene und stilvolle Cover dieser Scheibe. Ob ich richtig liege weiß ich nicht, jedoch erinnert mich dieses dämonische Frauengesicht an eine weibliche Cthulhu, wobei es sich um eine vor mehreren hundert Millionen Jahren auf die Erde gekommene Kreatur von ungeheuerlicher Macht handelt, welches bei richtiger Sternenkonstellation die Rückkehr auf die Erde vornehmen wird und dann ist jegliches Leben verloren. Der Kopf ähnelt dem eines Tintenfisch, das Gesicht besteht aus einem Wust von Tentakeln. Nicht so hier. Dieser Cthulhu (sofern is sich um eine handelt!!) entwachsen nur am Gesichtsrand wirre Tentakeln, welche sich mit einem Tribel verbinden. Vielleicht irre ich mich, aber dennoch ein gelungenes Cover einer grandiosen Scheibe! Da hat sich Herr Michael Schindler von Dragon Design wirklich etwas einfallen lassen!

Zugreifen! Vor allem alle, die auf melodischen, ausgefallenen und ideenreichen Death Metal made in good old Germany stehen!!!! Mehr kann ich nicht sagen!

Punkte: 8.5/10
Tanja Nusser

Original-Artikel
 
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