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Evilized Webzine: Pathways To Catharsis - 75%
Schon zwei Alben und zwei Demos auf dem Markt und trotzdem noch Untergrund – Status. Sicherlich nicht ganz gerechtfertigt bei den Bavariern Dead Emotions. „Pathway To Catharsis“ könnte durchaus ein Schritt aus der Anonymität heraus sein.

Ganz gewöhnlich ist die Mischung nicht, die es hier zu hören gibt. Death Metal der älteren Schule ist überwiegend Programm, wobei ich dann auch zügig einen ersten Anflug für ein dezentes Naserümpfen verspüre. Mich stören nämlich die Vocals von Sänger Mosh, die kehlig und gegrunzt natürlich dem Death frönen, aber meines Erachtens der doch durchaus feinsinnigen Melodieführung und den genreübergreifenden Songstrukturen entgegen stehen.

Will heißen, dass Dead Emotions mit wirklich sattem, voluminösen Sound aufzuwarten wissen, die Soli sehr schön Abwechslung in zum Großteil brachiales Riffing bringen. Im ersten Teil von „Pathway To Catharsis“ macht das mit dem Sänger durchaus auch Sinn, denn hier ist die Rhythmik treibend, man konzentriert sich mehr auf Geschwindigkeit.

Unterschwellig machen die Gitarren aber mehr als deutlich, dass da noch einiges geht, ab und an hört man schon den ein oder anderen „Ausbruchversuch“ und spätestens bei „Distained“ und „Borderline“ sind wir dann an einem Punkt angekommen, wo man sich der Atmosphäre kaum noch erwehren kann, die Melodiosität noch eine Steigerung erfährt, man sich zeitweise beinahe in Black – Metal – Bereiche verirrt.

“Ways Of Self Destruction“ ist ein sympathischer, fast etwas hymnenhafter Song mit dezenten Thrash – Einflüssen und einer sehr einprägsamen Hookline, die etwas zähe und versetzte Rhythmik arbeitet durchaus konsequent auf das wohl überraschendste Stück auf diesem Album hin.

Nach „Interlude“ kann man die Katharsis nahezu hören, auf die da zuvor mit Nachdruck und Energie hingearbeitet wurde. „At The End Of Time“ birgt eine gewisse Melancholie, ganz im Verborgenen tönt ein Keyboard, welches die durchaus schwere Stimmung gut zur Geltung bringt. Der Männerchor ist dann etwas, was man so nicht erwartet hätte, was aber sehr gut passt und noch einmal mehr die Fähigkeit der Herren herausstellt, wirklich atmosphärische Musik zu machen.

Insofern bremsen sie sich für mein Empfinden mit ihrem etwas stumpf agierenden Fronter ein wenig selbst aus, denn die in manchen Songs als Background fungierenden gekeiften Vocals fügen sich weit besser ins Gesamtbild und unterstreichen das in jedem Fall zuhauf vorhandene Potential dieser Kapelle.

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