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The Pit: Pathways To Catharsis - 9.5/10 Punkte |
Nach dem Ableben einer meiner Lieblings-Prügel-Death Metal namens Sarx aus meiner Heimatstadt im letzten Jahr tat sich für mich im Bereich ebendieses Death Metals aus deutschen Gefilden eine klaffende Wunde auf. Welche Band könnte da kommen, die diese Lücke würdig würde füllen können?
Um eine Antwort auf diese sich mir wie ein tektonische Erdplatte aufgeworfene Frage zu finden, musste ich bis Anfang diesen Jahres suchen.
Denn es gibt da eine Band, Dead Emotions genannt, wohnhaft in den südlichen Gefilden der Republik, die mal eben so locker vom Hocker am ehesten in die gleiche Kerbe schlagen wie meine Siegener Knüppeler, Gott hab sie selig.
Und gleichzeitig kippe ich mir Asche auf mein Haupt, denn Dead Emotions gibt es bereits seit 1996, ich hätte sie eigentlich schon viel früher für mich entdecken müssen.
Nun gut, genug der negativen Gedanken …
„Pathways To Carthasis“ ist das dritte Album der Jungs, die schon zusammen mit Obituary und Dew-Scented auf der Bühne gestanden haben.
Den Hauptaspekt legen die Jungs hier auf knüppelnden old-school-typisch angehauchten
Todesmetall, ohne jedoch gewisse melodische Momente zu vernachlässigen und der auch ab und an mal in Richtung Grind schielt. Diese auf volle Vorausfahrt programmierte Todesblei-Maschine wird betrieben von Hell-Mut /Drums), Uis (Lead-Gitarre), Mexxx (Leadgitarre, B-Vocals), Gorbi (Bass) und last, but not least Mosh am Mikro.
Nach dem futuristischen Intro „Paradise Is Hell“ komme ich mir bei „Demon Seed“ vor wie im siebten Himmel, denn dieser Song weiß bei mir direkt zu punkten. Haut voll in die Fresse, zeigt gleich zu Beginn, dass hier Musiker am Werke sind, die technisch auch so richtig was auf dem Kasten haben und die Mucke reißt einfach voll mit. Lediglich den Chor hätte man evtl. etwas geschickter ausarbeiten können, denn er klingt ein wenig unausgereift.
„Point Of No Return“ hat sowohl groovende Elemente, als auch die gute Hau-In-Die-Fresse-Attitüde.
„There Is No Dawn“ ist ein Song, den ich sofort und ohne jede Umschweife sofort und nur mit Dead Emotions in Verbindung bringe, denn der ist unverwechselbar Dead Emotions.
Dieses endgeile Eingangsriff von „Weed For The Weak“ ist schon eine Klasse für sich. Hier wird zum einen tief gegrowlt und auch fies fauchend gescreamt.
Zu dem im Gegensatz zu den anderen, richtig zur Sache gehenden Stücken eher midtempo-lastigen „Disdained“ fällt mir nichts anderes zu ein, als dass dies ein Stück ist, was sich verdammt gut zum Rübeschütteln eignet, dank dieses sehr geilen Mainriffs. Zum Auflockern gibt es zwischendurch immer wieder sehr schöne melodische Versatzstückchen.
„Borderline“ knüppelt sich gnadenlos nach vorn. Abwechslungsreich ist dieses Stück schon, auch wenn der Fuß kaum vom Gas genommen wird.
Genauso beim folgenden „Direction Pain“. Hier wird das Gaspedal sogar noch weiter durchgedrückt, ohne Gnade … macht nix, ist ja auch gut so, wir sind ja schließlich nicht auf ´nem Kindergeburtstag. Brutal Death Metal at it´s best, möchte ich fast sagen. Sehr gute Arbeit, Jungs!
„Ways Of Self Destruction” startet mit einem tonnenschweren Riff und wird im weiteren Verlauf ein derbst prügelndes Stückchen Mucke, das trotzdem Variabilität in Sachen Tempo aufweist. Nur die Intensität sticht von Anfang bis Ende fast beängstigend heraus.
Welche Überraschung umgarnt meine Hörorgane … „Interlude“ bietet nach den vorigen Prügelsalven ein wunderschönes Instrumental. Nicht überkandidelt, nicht zu lang, gerade richtig. Und gutes Gespür für Melodie haben die Jungs hier auch bewiesen, sehr gut!
Und damit nicht genug: Zum Albenabschluss kommt „At The End Of Time“ um die Ecke, welches das Können der Jungs ein weiteres Mal unter Beweis stellt und klar macht, dass die Bayern weit mehr können als nur drauflosknüppeln, denn dies ist eher ein Midtempostück. Mein einziger Kritikpunkt liegt leider wieder mal in dem Chor zu Zeiten des Refrains (siehe auch bei „Demon Seed“).
Dafür entschädigt allerdings das Gitarrensolo, denn für solch gute Leistungen bin ich ja bekannterweise immer zu haben.
Fazit: Dieses Album macht richtig Bock!
Auf diesem Sektor gehören die Jungs für mich nach ganz oben auf´s Treppchen. Wer die Symbiose aus brutalen Death Metal Strukturen mit geilen Melodien mag, dem wird hier definitiv eine Vollbedienung verpasst!
Grund genug für mich, die Jungs ab sofort weiter im Auge zu behalten.
Anspieltipps: There Is No Dawn, Weed For The Weak, Disdained, Interlude
Dani Zechel-Heise
Review im Original lesen |
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